Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Nach dem Streik ist vor dem Streik. Gestern standen Busse und Straßenbahnen in der Region still weil die Beschäftigten im öffentlichen Nahverkehr ihre Arbeit niedergelegt haben und heute ging’s direkt weiter, unter anderem mit Lehrern, Erziehern und Polizeiangestellten, die am Mittag durch Mainz gezogen sind.
Über 1000 Menschen demonstrieren heute  unter und aus ihrer Sicht auch –wegen- ungemütlicher Bedingungen, beispielsweise in den Kitas und Schulen des Landes.

Emma, Pädagogische Fachkraft  an einer Förderschule in Bad Kreuznach
"Wir sind komplett auf uns allein gestellt, machen die komplette Arbeit von einer Förderschullehrerin und kriegen halt nicht mal im Ansatz das Gehalt oder die Vorbereitungszeit und das wird einfach so hingenommen, das kann nicht sein."

Die Gewerkschaften fordern aktuell sieben Prozent mehr Lohn aber mindestens 300 Euro mehr. Insgesamt geht es in der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder um mehr als zwei Millionen Beschäftigte, weil der Tarifabschluss üblicherweise auch auf Beamte übertragen wird. Hessen verhandelt separat.
Während viele Politiker aktuell stärkeren Arbeitseinsatz fordern, sehen die Gewerkschaften ihre Forderungen als gerechtfertigt.

Kathrin Gröning, Landesvorsitzende GEW RLP
"Ich glaube, wenn man hier eins sieht,  dann dass die Beschäftigten im öffentlichen Dienst ganz schön leidensfähig sind, sonst würden sie nicht heute bei uns bei diesem Wetter auf dem Streik sein. Sie machen hervorragende Arbeit, der Fachkräftemangel greift um sich  , gerade im öffentlichen Dienst der Länder. Er muss konkurrenzfähig bleiben mit anderen Tarifverträgen und anderen Arbeitsfeldern, deswegen sind unsere Forderungen absolut berechtigt."
René Klemmer, stv. Landesvorsitzender Gewerkschaft der Polizei RLP
"Wir haben aktuell einen Reallohnverlust, in der Hauptsache in den unteren Entgeltgruppen, also das sind Handwerker, die bei uns sind in den Werkstätten, in allen möglichen Bereichen, in den Küchen auch die kochen für die Einsatzkräfte. Wir verlieren Fachkräfte, die wir dringend in der Polizei brauchen in die Privatwirtschaft, weil da besser bezahlt wird."

Die Arbeitgeber sprechen von völlig überzogenen Forderungen.  Auf rheinland-pfälzischer Seite zeigt sich die Verhandlungsführerin und Finanzministerin Doris Ahnen jedoch überzeugt, bald eine faire Einigung zu erzielen.
Die Verhandlungen gehen kommende Woche in die nächste Runde.
Nach dem Streik ist aktuell vor dem Streik. Morgen folgt der deutsche Beamtenbund. Dieser spricht angesichts des Schneechaos heute bereits eine unschöne Drohung aus: notfalls auch den Winterdienst zu bestreiken.