Es ist schwerer Schlag für den Wissenschaftsstandort Hessen: Im GSI-Zentrum für Schwerionenforschung in Darmstadt ist heute Morgen ein Großbrand ausgebrochen. Verletzt wurde niemand – doch der Schaden am Forschungszentrum ist enorm. Eigentlich war für Dezember geplant, einen über 4 Milliarden Euro teuren Teilchenbeschleuniger in Betrieb zu nehmen – das fällt jetzt wohl ins Wasser.
Vor allem Wissenschaftlern wird bei diesem Anblick das Herz bluten… Heute Morgen gegen 6:30 Uhr geht bei der Feuerwehr in Darmstadt ein Notruf ein: Nach einem technischen Störfall in einer elektrischen Versorgungseinrichtung ist in einer Industriehalle des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung im Darmstädter Stadtteil Wixhausen ein Feuer ausgebrochen. Schnell sind rund 160 Einsatzkräfte vor Ort. Mit Schaum und Unmengen an Löschwasser halten sie den Brand unter Kontrolle und verhindern so, dass die Flammen auf die Nachbargebäude übergreifen. Doch die Lage ist kompliziert.
Christian Wagner, Einsatzleiter Feuerwehr Darmstadt
„Um den Brand wirklich zu löschen, müssen wir an Gebäudestrukturen ran. Wir müssen Gebäudeteile wegnehmen, um eben dann an dieses Kunststoffe, die eben größtenteils betroffen sind, auch ranzukommen. Das dauert Zeit. Ist aufwändig. Materiell, personell. Und ist im Gebäudeinneren auch nicht ungefährlich, so dass wir nur ganz behutsam vorgehen können.“
Stundenlang steigt schwarzer Rauch über dem Forschungszentrum auf – die Rauchsäule ist kilometerweit zu sehen. Bei der Feuerwehr in Darmstadt gehen unzählige Anrufe besorgter Anwohner ein.
Hanno Benz (SPD), Oberbürgermeister Darmstadt
„Für die Bevölkerung bestand zu keiner Zeit Gefahr. Als Vorsichtsmaßnahme sind alle aufgefordert worden, Fenster und Türen zunächst geschlossen zu halten. Es ist aber derzeit ausgeschlossen, dass es noch zu einer weiteren Gefahrensituation kommt.“
Auch Hessens Wissenschaftsminister Timon Gremmels eilt zum Brandort. Noch in diesem Jahr sollte hier, an einem der wichtigsten Forschungsstandorte Deutschlands, ein gigantischer Teilchenbeschleuniger in Betrieb gehen – dieser Termin wird sich laut Gremmels nun nicht mehr halten lassen.
Timon Gremmels (SPD), Wissenschaftsminister Hessen
„Welche weiteren Auswirkungen das für dieses Großprojekt in Gänze hat, bleibt abzuwarten. Insofern ist das heute auch ein schwarzer Tag für den Forschungsstandort.“
Wie groß der Schaden wirklich ist, lässt sich momentan noch nicht abschätzen: Es dürfte sich aber um viele Millionen Euro handeln. Auch die genaue Brandursache steht noch nicht fest. Die Feuerwehr geht derzeit davon aus, dass die Löscharbeiten noch bis in die Nacht andauern werden.







