Eine Woche ist es nun her, dass Zugbegleiter Serkan Çalar aus Ludwigshafen bei einer Ticketkontrolle zusammengeschlagen wird und am darauf folgenden Morgen stirbt. Seitdem werden Forderungen nach mehr Sicherheit von Seiten der Politik und der Bahn laut. Die Eisenbahn-Gewerkschaft EVG hat heute in Mainz konkrete Vorschläge vorgestellt.
Kurz nach Abfahrt eines Regionalexpress vom Bahnhof Landstuhl kommt es zu dem brutalen Angriff, der den 36 Jahre alten Vater von zwei Söhnen das Leben kostet. Der mutmaßliche Täter: ein 26-Jähriger Mann ohne Ticket. Als Serkan Çalar den Mann auffordert, den Zug zu verlassen, soll der Tatverdächtige mit seinen Fäusten mehrfach auf den Kopf des Zugbegleiters eingeschlagen haben. Serkan Çalar stirbt anschließend an einer Hirnblutung. Konstanze Alba arbeitet ebenfalls als Zugbegleiterin in der Rhein-Neckar-Region. Sie hat Serkan gekannt. Das Schicksal ihres Kollegen nimmt sie sehr mit.
Konstanze Alba, Kundenbetreuerin im Nahverkehr
„Er ist ein super Kerl gewesen und das hat der nicht verdient. Weil die Leidtragenden sind die Kinder jetzt. Die haben keinen Papa mehr. Wegen so einem Scheiß.“
Auch sie selbst sei schon beleidigt, bespuckt und sogar mit einem Messer bedroht worden. Laut der Eisenbahngewerkschaft EVG ist die Zahl solcher Fälle seit 2015 um 50 Prozent angestiegen. Deutschlandweit gab es laut einer Befragung von Anfang 2024 über 3.000 körperliche Übergriffe im Jahr. Viele Kundenbetreuer bei der Bahn fühlen sich nicht mehr sicher.
Konstanze Alba, Kundenbetreuerin im Nahverkehr
„Ich bin angespannt. Wie läuft der Tag, läuft alles gut, hab ich gute Kunden, hab ich jetzt Stress, muss ich mich herumärgern wegen irgendeinem Ticket, weil jemand es nicht mit hat oder so.“
Die EVG fordert: Zugbegleiter sollen künftig immer zu zweit unterwegs sein. Dafür brauche es mehr Personal oder es müsse zur Not gebündelt werden. Außerdem mangele es an Bodycams. Aktuell gebe es bundesweit nur 1350 Stück und diese könnten nicht mal Ton aufzeichnen.
Lars Kreer, EVG RLP
„Sicherheit darf nicht am Ende daran scheitern, dass Geld fehlt. Also es muss so sein, dass jeder Kollege, der auf den Dienst geht auch abends von der Arbeit wieder zurückkommt. Und wenn wir ein gesellschaftliches Problem haben, was wir nicht beeinflussen können oder nicht abstellen können, dann müssen wir halt letztendlich für Sicherheit sorgen und dann muss auch Geld dafür da sein.“
Für kommenden Freitag hat die Deutsche Bahn Landes- und Bundespolitiker, Polizei sowie Vertreter der Bahnbranche zu einem Sicherheitsgipfel nach Berlin eingeladen. Damit der tragische Fall Serkan Çalar ein Einzelfall bleibt.







