Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Wie sorgen Sie eigentlich fürs Alter vor? Mit der eigenen Immobilie, einer Lebensversicherung – oder doch mit Aktien? Aktien und Index-Fonds, sogenannte ETFs, boomen in Deutschland wie nie zuvor. Höchste Zeit also, mal genauer nachzuschauen, wie die Menschen hier bei uns in der Region vorsorgen. Wir haben in Frankfurt nachgefragt.
Dass man von der gesetzlichen Rente allein später kaum noch leben kann, ist längst kein Geheimnis mehr. Viele Menschen sorgen deshalb privat vor. Die Wege dorthin sind allerdings sehr unterschiedlich.

„Direkt Edelmetalle. Das beste, was du machen kannst. Weil Aktien: Hoch, runter.  Fonds genauso. Wenn du in Bitcoins investierst kann der Stecker gezogen werden, dann ists weg. Aber Gold ist halt real. Alles was du anfassen kannst und real ist, würde ich investieren.“
Melanie
„Wir haben in Immobilien investiert, weil ich denke, das ist einfach beständig.“
Alex
„Nein nicht mehr hatte ich viele Jahre lang. Aber ich halte mich aus dem ganzen Investmentgeschehen raus. Grund: Sehr einfach, ich habe in dem Bereich gearbeitet und weiß wies funktioniert. Tatsächlich investiere ich in eigene Firmen, die ich aufbaue Start-ups bzw. Immobilen, das bringt langfristig aus meiner Sicht am meisten.“

Immer mehr Menschen investieren am Kapitalmarkt. In Deutschland kaufen inzwischen mehr als 14 Millionen Menschen Aktien, Aktienfonds oder ETFs. Beliebt sind vor allem breit gestreute Aktienfonds und ETs.

Agnes
„Ich habe Aktien, ich habe Fonds und ich habe private Altersvorsorge, weil ich der Meinung bin, dass private Altersvorsorge für uns Frauen vor allem ganz wichtig ist.“
Ivan
„So ein bisschen neben der Arbeit investiere ich schon, mit dem was man als junger Student auch an Möglichkeiten hat, finanziell. Das Ziel ist auf jeden Fall damit schon in Verbindung zu kommen und Erfahrungen zu sammeln und langfristig zu investieren auch fürs Alter vorzusorgen.“

Immer mehr junge Menschen steigen ein. Fast fünf Millionen 14- bis 39-Jährige investieren derzeit in Aktien. Für Dr. Gerrit Fey vom Deutschen Aktieninstitut in Frankfurt liegt diese Entwicklung vor allem an zwei zentralen Faktoren:

Gerrit Fey, Chefvolkswirt Deutsches Aktieninstitut
„Was wir beobachten können, dass der Einstieg in den Aktienmarkt einfacher geworden ist, weil die Aktien, die Aktienfonds, die ETFs per Apps in jeder Hosentasche stecken. Und das kann ein Faktor sein. Ein anderer Faktor ist, dass natürlich die Menschen gerade die jungen sich Gedanken über ihre Altersvorsorge machen.“

Auch der Anteil der Frauen am Kapitalmarkt wächst. Inzwischen investieren 5,4 Millionen Frauen in Aktien, Fonds oder ETFs.
Generell zeigen sich regionale Unterschiede: In Hessen legen rund 25 Prozent der Menschen Geld in Aktien an, in Rheinland-Pfalz sind es etwa 16 Prozent. Das liegt laut Deutschem Aktieninstitut unter anderem daran, dass Menschen in wirtschaftsstarken Regionen häufiger investieren. Insgesamt zeigt sich: Die Vorsorge mit Aktien ist ein langfristiger Trend. Gerrit Fey sieht dabei keine große Gefahr, solange man einige einfache Regeln beachtet:

Gerrit Fey, Chefvolkswirt Deutsches Aktieninstitut
„Man muss vor dem Aktienmarkt keine Scheu haben, wenn man die Grundregeln einhält und die Grundregeln sind eben: Langfristigkeit, breite Streuung und Regelmäßigkeit, das ist ja auch gerade für die ganzen Menschen auch deshalb relevant, weil man ja nicht häufig viel Geld auf einem Schlag investieren kann.“

Private Vorsorge wird immer wichtiger. Welchen Weg man wählt, bleibt jedem selbst überlassen. Doch eine Regel gilt für alle Investments: früh starten und Chancen und Risiken abwägen.