Eva Dieterle spricht mit ihr über die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage.
Eva Dieterle, Moderatorin:
Und über die angespannte Lage spreche ich jetzt mit der Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen, mit Karina Schwede. Guten Tag.
Karina Szwede, Hauptgeschäftsführerin IHK Rheinhessen:
Guten Tag.
Dieterle:
In Ihrer Umfrage sehen Sie, dass es vor allem für den Handel weiterhin schlecht aussieht – das haben wir ja im Beitrag auch gesehen. Warum profitiert der Handel am wenigsten von dem leichten Aufschwung?
Szwede:
Ja, das ist in der Tat ein Ergebnis, was wir jetzt in unserer Konjunkturumfrage ermitteln konnten. Aufhellung in der Industrie, aber leider für den Handel weiterhin keine Aufhellung so wirklich in Sicht. Und natürlich ein Grund, die steigenden Arbeitslosigkeitszahlen und damit auch natürlich eine gewisse Kaufzurückhaltung der Konsumentinnen und Konsumenten.
Dieterle:
Nun vom Handel zur Industrie. Hier ist eine leichte Erholung zu spüren, Sie sagen aber die lang ersehnte Trendwende ist das noch nicht. Warum?
Szwede:
Ja, zum Glück sehen wir tatsächlich ein bisschen Aufhellung bei der Industrie. Das ist ein sehr schönes Zeichen, aber in der Tat einen dauerhaften Aufschwung jetzt schon ablesen zu können, das ist leider zu früh und wir sehen weiterhin die drei Top-Risiken, die wirtschaftlichen, politischen Rahmenbedingungen, der Inlandsabsatz und aber auch die Arbeitskosten, die genannt werden. Und das zeigt ganz deutlich, dass noch einiges passieren muss, dass wir hoffentlich einen Aufschwung dann kommen.
Dieterle:
Nur jedes fünfte befragte Unternehmen geht von einem spürbaren Aufschwung aus. Das klingt jetzt nicht nach der großen Wirtschaftswende in diesem Jahr. Wie wird das Jahr?
Szwede:
Eine gute Frage. Also ich bin von Natur aus Optimistin. Wir sind Anfang des Jahres und ich hoffe doch sehr, dass einiges passieren wird und wir doch in einen größeren Aufschwung kommen. Wenn aber auch was getan wird. Und wir brauchen ganz dringend wirklich wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen, die verlässlich sind und den Unternehmerinnen und Unternehmen wieder ihren Freiraum geben.
Dieterle:
In gut fünf Wochen wird ein neuer Landtag gewählt. Welche klaren Forderungen haben Sie an die neue Landesregierung, damit Rheinland-Pfalz wieder wettbewerbsfähig wird?
Szwede:
Ja, es ist richtig, Wir müssen die Wettbewerbsfähigkeit stärken. Und da ist eine Forderung ganz sicherlich: wirklich investieren in Infrastruktur. Wir brauchen konsequenten Bürokratieabbau, leistungsfähige, moderne Verwaltungen und auch mehr Gewerbeflächen. Und nicht zuletzt ganz wichtig auch für unser Bundesland ist eine zukunftsorientierte Bildungspolitik und auch Fachkräftesicherungspolitik.
Dieterle:
Stärker, einfacher, schneller – das sind die konkreten Erwartungen an eine neue Landesregierung. Danke an Karina Szwede.
Szwede:
Vielen Dank.







