Wer heute vom Frankfurter Flughafen abfliegen wollte, der musste sich vorher gut informieren, ob sein Flieger überhaupt abhebt - denn die Flüge der Lufthansa sind momentan von gleich zwei Streiks gleichzeitig betroffen. Die Piloten und Flugbegleiter der Airline sind heute in der Nacht in einen angekündigten Streik getreten. 450 Flüge waren in Frankfurt betroffen.
Abgesagte Flüge wohin man auch schaut auf der Anzeigetafel in Terminal eins. Viele Passagiere mussten heute umbuchen oder sind gar nicht erst angereist.
Tobias, aus Oberammergau
„Ich wollte heute direkt nach Miami reisen mit der Lufthansa und gestern Mittag, als ich im ICE saß wurde der Flug gecancelt.“
Monika Walker, aus Mayen
„Den Streik sehe ich nicht so gut, weil es andere Möglichkeiten gäbe das auszuarbeiten. Es ist für die Lufthansa heute mit Sicherheit ein tragischer Tag, auch für die Passagiere.“
Christoph & Moritz Kohl, aus Koblenz
„Vor allem das Kabinenpersonal hat in den letzten Jahren ja Einbußen erlebt, das ganze Outsourcing was die mitgemacht haben, insofern kann ich das natürlich auch verstehen, dass die auf eine Verbesserung ihrer Arbeits- und Einkommensbedingungen hinarbeiten.“
Zum Streik aufgerufen haben die Gewerkschaften Vereinigung Cockpit für die Piloten und die Kabinengewerkschaft Ufo für die Flugbegleiter. Die Piloten streiken für höhere Zuschüsse für ihre Betriebsrente, das Kabinenpersonal fordert einen längeren Kündigungsschutz und eine bessere Vereinbarkeit von Privatleben und Beruf. Weitere Streiks schließen beide nicht aus, sollte die Lufthansa keine angemessenen Angebote vorlegen.
Andreas Pinheiro, Präsident Pilotengewerkschaft Cockpit
„Definitiv ist es so, dass wir als Gewerkschaft nicht viele Mittel haben, außer dem Arbeitskampf. Ohne Arbeitskampf, das hat ja auch schon das Bundesarbeitsgericht festgestellt, wäre das kollektives Betteln und das machen wir nicht.“
Von der Lufthansa will sich heute niemand vor der Kamera zu den Streiks äußern. Schriftlich teilt die Airline mit:
„Der ganztägige Streik der Gewerkschaften […] trifft unsere Fluggäste extrem hart und unverhältnismäßig. Lufthansa setzt alles daran, die Auswirkungen für ihre Passagiere so gering wie möglich zu halten.“
Die wirtschaftlichen Folgen für die Airline hingegen dürften sich im Rahmen halten, schätzt Luftfahrtexperte Christoph Klingenberg.
Christoph Klingenberg, Professor für Verkehrswesen, Hochschule Worms
„Der wirtschaftliche Effekt für die Lufthansa ist sehr begrenzt. Ich schätze den Schaden auf einen niedrigen einstelligen Millionenbetrag, drei bis fünf Millionen. Insbesondere weil der Februar ein saisonal schwacher Monat ist und ein Großteil der Passagiere auf andere Flüge innerhalb der Lufthansa-Gruppe umgebucht werden kann.“
Heute um Mitternacht wird der Streik beendet. Am Freitag werden alle Flüge der Lufthansa dann voraussichtlich wieder planmäßig abheben können.







