Nicht nur in Mainz gehört der Tag heute den Frauen. Auch im pfälzischen Ramsen wird heute ausgelassen Weiberfastnacht gefeiert. Traditionell sind dort die Hexen los: Sie suchen alle Einrichtungen und Betriebe des Ortes heim - schenken Freude und sammeln Spenden für den guten Zweck.
Sonia Schmitt, Reporterin
„In Ramsen sind die Hexen los und das jetzt seit genau 40 Jahren. Grund genug für mich auf Spurensuche zu gehen und zu fragen: Was macht sie aus, diese besondere Magie der Stumpfwaldhexen?“
Gleich bei unserer ersten Station merke ich: Ausgelassenheit, Herzlichkeit und Rhythmusgefühl braucht sie, die Ramser Hex.
Jede Hexe bekommt einen Namen, der sich auf den Beruf, ein Hobby oder ihren Wohnort bezieht, erklären mir die Gründerhexen. 1986 fing alles im örtlichen Sportverein an.
Tusnelda Taubendellchen
„Der Vorstand hat das vorgeschlagen, der hat das irgendwann gesehen und gesagt, das könnte man doch beibringen im Verein auch machen. Das waren die Turnerfrauen, die das gemacht haben.“
Kunigunde vom alten St. Nikolaus
„Und dass es immer wieder weiter geht, das ist super.“
Andreas Rörig kann gar nicht mehr sagen, wie viele seiner Krawatten schon dran glauben mussten.
Andreas Rörig, Inhaber Steinmetzbetrieb Ramsen
„Die waren früher ja schon bei Vater. Und ich hab 2003 die Firma übernommen und seit dem kommen die eigentlich auch schon zu mir wieder.“
Traditionell sammeln die Hexen in Betrieben und auf der Gasse für den guten Zweck. In den letzten 40 Jahren sind so um die 100.000 Euro zusammen gekommen. Die Hexen sind bei Wind und Wetter unterwegs.
Sonia Schmitt, Reporterin
„Ich muss sagen, es ist doch ganz schön nass heute. Was ist denn eigentlich mit unserer Kollegin Wetterhexe? Können wir die irgendwie gnädig stimmen, habt ihr da was in petto?“
Philippa vom Rossacker
„Ja, natürlich, also auch Regentropfen sind Sonnenstrahlen in flüssig. Das ist total schön, Ramsen Hex Hex. Und der Hut, der tut ja auch schon mal einen Dienst.“
Weiter geht’s im Seniorenheim. Beim Singen auf pfälzisch halte ich mich lieber bedeckt. Insgesamt mache ich mich wohl aber ganz gut als Nachwuchshexe. Spontan werde ich offiziell in die Hexengemeinschaft aufgenommen und stilecht getauft mit Klobürste und Riesling.
"Ich taufe dich auf den Namen Wilma, nein Filma natürlich. Die Erste, vom SAT-urn.“
Jetzt noch einen großen Schluck aus der Taufschüssel und es ist offiziell: Ich bin jetzt Filma, die erste vom SATurn.
Jetzt kann gleich doppelt gefeiert werden: Meine Taufe und der 40. Geburtstag der Ramser Stumpfwaldhexen.







