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Er gilt als deutscher Andy Warhol und hat sich schon für digitale Bildgestaltung interessiert, als das noch gar nicht in Mode war: Jetzt ist dem Künstler Thomas Bayrle in der Frankfurter Schirn Kunsthalle eine große Ausstellung gewidmet.
Was passiert, wenn sich Tausende Einzelteile zu einem großen Ganzen fügen? Thomas Bayrle macht aus Wiederholung ein künstlerisches Prinzip. Der in Frankfurt lebende Künstler gilt als Wegbereiter der sogenannten Superform. Großformatige Bilder, die aus vielen kleinen sich wiederholenden Elementen bestehen.

Matthias Ullrich, Kurator der Ausstellung
„Man sieht das ganz gut bei so einer Art Studie von Helke Bayrle, die am Eingang der Ausstellung zu sehen ist. Da hat man so unterschiedliche Raster wo dann klar wird, das Gesicht ist so gebaut. Und das wird dann gefüllt mit den einzelnen Kameras, bis es dann die gesamte Person ergibt.“

Helke, Bayrles Lebensgefährtin, begleitete ihn stets mit einer Videokamera. Nun werden diese persönlichen Aufnahmen erstmals öffentlich gezeigt. Sie zeigen den Künstler beim Unterrichten und der Arbeit an seinen Kunstwerken.
Die drehen sich häufig um Themen wie Technik, Religion und Mobilität. Dabei werden Autos, Smartphones oder Lippenstifte zu Bildmotiven. Einblicke in Bayrles Denkweise. So auch der Titel der Ausstellung. „Fröhlich sein“ erinnert an Bayrles Zeit als Professor an der Städelschule und an den prägenden Einfluss, den er auf eine ganze Künstlergeneration hat.

Matthias Ullrich, Kurator der Ausstellung
„Das war oft so, wenn Studierende nicht weiterwussten. Wo er dann nicht kam, und hat irgendwelche Hilfe geleistet, sondern er hat Hilfe geleistet, indem er gesagt hat 'Fröhlich sein!'"

In seinen Arbeiten spiegelt sich auch seine Biografie. Der ausgebildete Maschinenweber arbeitete später in der Druckgrafik und übernahm davon Ideen in seine Kunst. Heute spannt sich sein Werk von handwerklich gewebten Strukturen bis hin zu Drucken und digitalen Bildgestaltungen.  Mit über fünfzig Werken aus den vergangenen zwanzig Jahren widmet die Schirn Kunsthalle in Frankfurt dem mittlerweile 88-Jährigen eine große Soloschau. Der Direktor der Schirn bezeichnet Bayrle als einen Jahrhundertkünstler aus der Stadt.

Sebastian Baden, Direktor der Schirn
„Er lebt immer noch in Frankfurt, er arbeitet hier, er war Professor an der Städelschule und wir sind als Frankfurter Kunsthalle an einem Ort, wie der Dondorf Druckerei angekommen, wo wir sagen können, hier passt es perfekt einen Künstler wie Thomas Bayrle zu präsentieren.“

Bis zum 10. Mai können Besucher in die komplexen Raster eintauchen und entdecken, wie Bayrle das Zusammenspiel von Individuum und der Masse darstellt.