Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Jetzt wieder zurück ins Jahr 2026. Wer Lust hat, sein eigenes Gehirn auszutricksen, sollte nach Gießen fahren. Im Museum „Mathematikum“ werden aktuell nämlich optische Täuschungen ausgestellt. Verschiedenste Tricks und Illusionen bringen unser Gehirn dazu, der eigenen Vorstellungskraft auf den Leim zu gehen. Ziemlich faszinierend – schauen Sie selbst.

Von einer Katze in einer Seifenblase durch die Luft getragen werden. Ziemlich skurril, in der Ausstellung „Echt jetzt?“ im Mathematikum Gießen aber Realität. Zumindest so halb. Denn: Das Bild ist eine optische Täuschung. Der Perspektivwechsel zeigt: Blase und Podest sind aufgemalt. Eigentlich logisch. Der falsche Eindruck entsteht trotzdem.
            Laila Samuel, Ausstellungskoordination: „Eigentlich ist es so, dass das Gehirn immer einen Blick in die Zukunft wirft. Das heißt, wir sehen etwas, es kommt etwas auf der Netzhaut an, dann im Gehirn. Und das Gehirn versucht aus den Informationen herauszufinden: ‚Was ist hier los‘. Und manchmal täuscht es sich einfach, verrechnet sich. Und das ist der Grund, weshalb wir Dinge dann manchmal anders sehen als Gedacht.“ 
Was gerade ist, wirkt schief und was nach links zeigt, zeigt nach rechts. Oder ist es andersrum? 26 verschiedene Experimente laden zum Ausprobieren und zum Sich-Selbst-Verwirren ein.  
            Laila Samuel, Ausstellungskoordination: „Also wir sehen hier zwei Mal den schiefen Turm. Und wie man sehen kann, wirkt der rechte deutlich schiefer als der linke, obwohl es das identische Bild ist. Das verrückte ist, wenn ich die beiden miteinander tausche, also den linken nach rechts nehme und den rechten nach links, wirkt wieder der rechte deutlich schiefer.“
Optische Täuschungen können uns auf verschiedene Weise austricksen. Beim schiefen Turm setzt unser Gehirn einen falschen Fluchtpunkt. Beim Kopf auf dem Tisch funktioniert der Trick anders.
            Laila Samuel, Ausstellungskoordination: „Sie sehen jetzt vermutlich von mir einen Kopf im Rettungsring, der auf magische Weise aus einem Tisch rauszukommen scheint. Das ist natürlich nur eine Täuschung. Das ist in Wirklichkeit kein Tisch, sondern eigentlich stecken da Spiegelungen dahinter, die so geschickt platziert sind, dass es so aussieht, als würde ich wirklich aus einem Tisch rauskommen.“ 
Spiegel-Täuschungen, 3D-Effekte, Bewegungs- und Farbillusionen: Die Tricks funktionieren unterschiedlich, aber die Wirkung bleibt gleich. Unser Gehirn verrechnet sich beim Blick in die Zukunft. Wer Lust bekommen hat, sich selbst auszutricksen, kann noch bis zum 13. September in Gießen vorbeischauen.