In den vergangenen Tagen gab's im Fußball kaum ein anderes Gesprächsthema: Albert Riera hat seinen Job als Cheftrainer bei Eintracht Frankfurt angetreten und steht am Wochenende vor der ersten Bewährungsprobe.
Markus Appelmann, Moderator:
Darüber spreche ich jetzt mit unserem Sportreporter Thorsten Arnold. Thorsten, was glaubst du? Macht sich der Trainerwechsel bei der Eintracht direkt schon heute Abend im Spiel bei Union Berlin bemerkbar?
Thorsten Arnold, Sportreporter:
Na, er hat ja so einiges rausgehauen, unter anderem wie sehr er doch auf Disziplin und Pünktlichkeit setzt. Und da kam er gestern direkt mal selber zu spät zur Pressekonferenz, satte 30 Minuten. Hat sich natürlich gleich entschuldigt und gesagt, er wollte der Mannschaft noch so viel mitgeben, bis er das Funkeln in den Augen der Spieler sieht. Irgendwann hat's dann gefunkelt und jeder stellt sich natürlich die Frage: Was konkret ändert der Trainer denn an der Spielweise der Eintracht?
Albert Riera, Trainer Eintracht Frankfurt
„Alles. ALLES! Ab Freitag werdet ihr eine andere Mannschaft erleben. Komplett! Selbst ein einzelner Einwurf wird anders sein. Ein einfacher Einwurf – und ihr werdet sagen: Das ist doch nicht die Mannschaft, die wir zuletzt gesehen haben. Ab Freitag werdet ihr das erkennen – in jeder einzelnen Situation.“
Arnold:
Ja, also ich bin wirklich gespannt. Vor allem auch, wer im Tor stehen wird. Und da ist nach außen gedrungen, dass Kaua Santos, der junge Brasilianer wohl weiter zwischen den Pfosten stehen wird. Die Anreise der Eintracht nach Berlin verlief jedenfalls schon mal holprig. Blitzeis, Berliner Flughafen gesperrt. Die Mannschaft musste in Dresden landen und dann ging's mit dem Bus weiter in die Hauptstadt.
Appelmann: Sehr viel ruhiger und fast bedächtig im Gegensatz zu Senor Riera kommt ja der Mainzer Trainer Urs Fischer daher. Aber: Das scheint zu funktionieren, er hat mit den Mainzern Erfolg.
Arnold:
Ja, drei Siege in den letzten vier Spielen und das vor allem deshalb, weil die Offensive gut verstärkt wurde. Phillip Tietz und Silas, die treffen das Tor. Im Heimspiel gegen Augsburg morgen soll’s so weitergehn. Und jetzt kam diese Woche noch ein weiterer Stürmer dazu: Sheraldo Becker – und der war für Urs Fischer bei Union Berlin ein echter Schlüsselspieler vorne drin. Und der Trainer ist froh, dass man ihn aus Spanien, wo es nicht so gut für Becker lief, noch schnell nach Mainz lotsen konnte.
Urs Fischer, Trainer 1. FSV Mainz 05
„Das ist schon eher außergewöhnlich, dass man einen Spieler seines Formats so kurzfristig - also wirklich auf den letzten Drücker - dann noch verpflichten kann. Da muss man unserer Transferkommission schon ein Kränzchen widmen, dass sie das noch so kurzfristig hinbekommen haben.“
Arnold:
Ja, die gute alte „Transferkommission“… - also ein Kränzchen für Sportvorstand Christian Heidel, der mal wieder seine Hebel in Bewegung gesetzt hat. Und mal schauen, ob wir Sheraldo Becker direkt auf dem Platz sehen. Ist auf jeden Fall schon mal im Kader, hat der Trainer verraten.
Appelmann:
Und natürlich richten wir gerade heute auch den Blick in die zweite Liga - denn da kommt es zu einem ganz besonderen Aufeinandertreffen.
Arnold:
Ja, zweimal pro Saison ist es so weit: es kommt zum Duell Hessen gegen Rheinland-Pfalz! Also der SV Darmstadt 98 empfängt den ersten FC Kaiserslautern morgen zum Abendspiel: Und beide Mannschaften stehen aktuell in der Tabelle ganz gut da – und Lilien-Trainer Florian Kohfeldt freut sich mit allen Fans.
Florian Kohfeldt, Trainer SV Darmstadt 98
„20:30 Uhr, Flutlichtspiel am Bölle - gefällt mir gut und es ist ja auch so immer eine der besonderen Anstoßzeiten im deutschen Fußball, weil zu dem Zeitpunkt spielt keine andere Mannschaft. Weder erste Liga, noch in der zweiten Liga. Und dementsprechend freuen wir uns drauf. Natürlich ist dieses Spiel gegen Lautern auch ein besonderes, es wird ein ausverkauftes Stadion sein, nicht nur im Heimbereich, im Auswärtsbereich Lautern auch mit sehr sehr vielen Fans immer.“
Arnold:
Und Stichwort 1. FC Kaiserslautern, da schaut natürlich mit Torsten Lieberknecht der letzte Lilien-Trainer wieder am Böllenfalltor vorbei. Und der weiß über seinen Ex-Verein natürlich nur Gutes zu berichten.
Torsten Lieberknecht, Trainer 1. FC Kaiserslautern
„Sehr schöne Erinnerungen zurück, Aufstieg in die erste Liga, fast schon im ersten Jahr erreicht, im zweiten Jahr dann geschafft. Dann mit dem VW-Käfer durch die Porsche-Liga gefahren, alles probiert, nicht immer alles richtig gemacht. Ein Teil meiner Trainer-Geschichte, ein sehr schöner Teil, den ich dort erleben durfte. Und ein sehr erfolgreicher.“
Arnold:
Mitdem blau-weißen VW-Käfer durch die Porsche-Liga – herrlich! Da schauen wir doch mal, wer morgen Abend mehr PS unter der Haube hat. Halb neun ist Anpfiff, Stadion ist rappelvoll, also alles ist gerichtet für einen tollen Fußballabend in unserer Region.
Appelmann:
Wir freuen uns natürlich über viele Tore von beiden Mannschaften – vielleicht trennen sich beide ja mit einem Unentschieden. Thorsten, vielen Dank für deinen Bundesliga-Ausblick aufs Wochenende!







