In Hattersheim im Main-Taunus-Kreis ging es am Wochenende in einem Keller heiß her. Rund 60 Kandidaten haben um den hessischen Meistertitel im Flippern gespielt. Den Anfang machten die Damen, für die es in diesem Jahr eine eigene Meisterschaft gab.
Rasende Geschwindigkeiten, Lärm und Lichtreflexe. Dafür brauchen die Flipperspieler maximale Konzentration. Denn sie alle wollen diesen Pokal mit nach Hause nehmen. Zwischen den Männern, die den Großteil der Flipperspieler ausmachen, treten in diesem Jahr auch einige Frauen an. Lara und ihre Mutter Reni schießen eine Kugel nach der anderen durch das Spielfeld, um sich fürs Damenfinale zu qualifizieren.
Lara
"Dadurch dass es so viele unterschiedliche Flipper gibt mit verschiedenen Themen auch, zum Thema Musik oder Filme, machts halt immer Spaß, was Unterschiedliches zu spielen und immer neue Herausforderungen auch zu haben."
Lara flippert schon, seit sie ein kleines Kind ist. In ihrer Altersklasse kennt sie niemanden, der ihr Hobby teilt.
Reni, Mutter von Lara
"Es war so gewesen, dass wir früher noch kein Kinderzimmer hatten. Wir hatten unseren Flipperraum. Und dann kam Lara und irgendwo musste ja das Babybettchen stehen. Also haben wirs in den Flipperraum geschoben und sie hats quasi von Baby an diesen Geruch wahrgenommen, eingeatmet und von Anfang an war sie dabei."
Albert Medaillon richtet die Meisterschaft in seinem Keller aus. Über 40 Flipperautomaten besitzt er. Seine Sammelleidenschaft begann mit einem Automaten, den er reparieren sollte. Nach und nach kamen immer mehr dazu, sodass im Keller jetzt ein ganzes Flipperparadies steht. Perfekte Bedingungen für Wettkämpfe.
Mit der Damen-Meisterschaft möchte Albert Medaillon dafür sorgen, dass sich auch mehr Frauen zutrauen, an Turnieren teilzunehmen. Denn rein körperlich haben die Damen beim Flippern keine Nachteile den Männern gegenüber.
Albert Médaillon, richtet die Meisterschaft aus
"Es war auch schon öfter mal ne Diskussion unter Frauen. Es hat sich irgendwie eingebürgert, dadurch, dass es ne extra Weltrangliste für Frauen gibt, gibt es auch Turniere, die nur für Frauen sind. Und es gibt auch viele Frauen, die fühlen sich nicht stark genug, um an anderen großen Turnieren mitzuspielen, die finden das gut."
In 20 Spielen können sich die Spielerinnen für das Finale qualifizieren. Sobald die Kugel losgeschossen wird, jagt sie durch den Automaten. Mit flinken Fingern schießen die Flipperspieler die Bälle gegen Ziele, Bumper und Rampen und sammeln so möglichst viele Punkte. Solange, bis sie die Kugel nicht mehr treffen und sie aus dem Spiel ist.
Die besten vier Spielerinnen haben einen Platz im Finale. Dazu gehört auch Lara.
Nach mehreren Stunden an den Flipperautomaten ist die Anspannung im Finale deutlich zu spüren. An drei Automaten müssen die Frauen sich noch beweisen. Drei Kugeln pro Automat - jede muss möglichst lang im Spiel gehalten werden.
Am Ende reicht es für Lara aber nicht zum Pokal.
Lara
"Ich bin zufrieden, weil ich gar nicht damit gerechnet habe, überhaupt ins Finale zu kommen. Es hat auf jeden Fall viel Spaß gemacht, es war ne tolle Erfahrung."
Eine Erfahrung, die Lara, genau wie die anderen Flipperspielerinnen, wiederholen wird. Zum Beispiel bei der nächsten hessischen Flippermeisterschaft.







