Wie geht es der Industrie und dem Handel in Rheinland-Pfalz? Eine Antwort auf diese Frage liefert regemäßig die Konjunkturumfrage. Heute hat die rheinland-pfälzische IHK-Arbeitsgemeinschaft die aktuellen Zahlen vorgestellt. Das Fazit: Leichte Erholung – ja - nachhaltige Trendwende – nein. Besonders im Handel sieht es immer noch düster aus. Darüber sprechen wir gleich mit der Hauptgeschäftsführerin der IHK für Rheinhessen, vorher haben wir uns die Situation mal genauer angeguckt - bei einem Juwelier in Mainz.
Bereits in vierter Generation führt Jan Sebastian den Juwelier Willenberg in der Mainzer Innenstadt. Doch in den vergangenen Jahren sinkt der Umsatz deutlich. Die Menschen seien einfach sparsamer geworden.
Jan Sebastian, Inhaber Juwelier Willenberg
„Und das ist absolut nachvollziehbar. Wir wissen nicht genau, was die Zukunft bringt. Und ich bezeichne es eben gerne als den Blues, der in den Menschen drin ist. Wenn das Umfeld nicht schön ist, wenn wir Kriege haben, wenn wir einen Donald Trump haben, den man nicht einschätzen kann. Wenn die Zollpolitik irgendwie auch schwierig ist und der Staat auch nicht so richtig in die Puschen kommt, dann sind die Menschen verunsichert. Und das spürt der Einzelhandel, weil gespart wird.“
Das ist auch das Ergebnis der Konjunkturumfrage, die die IHK-Arbeitsgemeinschaft Rheinland-Pfalz heute in Mainz vorgestellt hat. In der Industrie verbessert sich die Lage leicht, im Handel dagegen kaum.
Insgesamt wurden im Januar rund 1.000 Unternehmen befragt.
22 Prozent beschreiben ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“, 51 Prozent als „befriedigend“ und 27 Prozent als „schlecht“.
Als Geschäftsrisiken nennen die Unternehmen unter anderem den Fachkräftemangel, die hohen Energiepreise, den stockenden Inlandsabsatz und die hohen Arbeitskosten. Auf Platz 1 der größten Geschäftsrisiken stehen aber weiterhin die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen.
Ein Fakt, der der rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerin nicht gefallen kann. Wir fragen nach bei Daniela Schmitt. Was tut die Landesregierung für ihre Wirtschaft?
Daniela Schmitt (FDP), Wirtschaftsministerin Rheinland-Pfalz
„Das Wichtigste ist ein investitionsfreudiges Klima. Das heißt erst mal, dass wir ein Industrieland in Zukunft auch bleiben wollen, dass wir gemeinsam mit den Kommunen Flächen entwickeln, dass wir kontinuierlich in die Straßen investieren. Dass wir aber auch die Wirtschaft mit der Wissenschaft zusammenbringen, damit Innovation entstehen kann.“
Die Umfrage der IHK-Arbeitsgemeinschaft wirft auch einen Blick in die Zukunft, einen eher düsteren Blick.
Für die kommenden zwölf Monate erwartet nur gut jedes zweite Unternehmen eine „gleichbleibende Entwicklung“. Rund ein Viertel rechnet mit einer „Verschlechterung“. Nur jedes fünfte befragte Unternehmen geht von einem „spürbaren Aufschwung“ aus.
Auf einen „spürbaren Aufschwung“ hofft auch Jan Sebastian. Der Mainzer Juwelier ist auch Präsident des rheinland-pfälzischen Handelsverbandes. Sebastian und seine Kollegen fordern vor allem eines: Bürokratieabbau.
Jan Sebastian, Inhaber Juwelier Willenberg
„Das nervt uns alle furchtbar. Also was wir an die Steuerberater zahlen müssen, damit die eben die Arbeit erledigen können, die wir schon lange nicht mehr erledigen können. … Ja, Bürokratieabbau bitte an allen Ecken. Das wäre auf jeden Fall etwas, was ich von allen Kollegen und Kolleginnen höre, das ist ganz schwierig. Ich hoffe, dass die Bundesregierung oder auch die neue Landesregierung halt eben diesbezüglich endlich mal in die Puschen kommt.“
Doch trotz Bürokratie und hoher Umsatzeinbrüche – Jan Sebastian sagt, er sei ein Grundoptimist. Und deshalb will er auch in dieser angespannten Lage zuversichtlich bleiben.







