Ihr SAT.1 Regionalmagazin für Rheinland-Pfalz und Hessen

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Es ist über 100 Jahre alt - das alte Frankfurter Polizeipräsidium. Ein paar Jahre lang diente das imposante Gebäude in der Nähe des Hauptbahnhofs noch als Diskothek. Mittlerweile ist es längst zum echten Lost Place geworden - und kann besichtigt werden. Regelmäßig bieten die Frankfurter Stadt-Events Führungen an - das haben wir uns nicht entgehen lassen!
Es hat schon etwas Gruseliges. Eine perfekte Kulisse für einen Horrorfilm oder einen Krimi. Tatsächlich sind im alten Polizeipräsidium Frankfurt schon einige Filme gedreht worden. Der Fotograf Ulrich Mattner setzt das historische Gebäude regelmäßig mit Lichteffekten in Szene. Zusammen mit den Frankfurter Stadtevents bietet er Führungen durch den Lost Place an.

Ulrich Mattner, Fotograf
"Das alte Polizeipräsidium in Frankfurt, Baujahr 1911 bis 1914, das steht seit 20 Jahren leer. Es ist einfach einer der schönsten Lost Place Locations Deutschlands. Das ist einfach dieser Charme des Verfalls."

Der Charme des Verfalls zieht besonders Hobbyfotografen an. Es gibt unzählige Spots für gespenstische Fotomotive. Gute 2 Stunden dauert die Tour durch die über 3000 Quadratmeter große Ruine. Das neobarocke Gebäude steht teilweise unter Denkmalschutz und darf nur mit einem Schutzhelm betreten werden.

Christina
"Lost Places finde ich spannend und ich fahre fast täglich hier außen an dem Haus vorbei, und da wird man natürlich neugierig: Was ist innen, wie sieht es innen nach so vielen Jahren des Stillstands aus?"
Karl Friedrich
"Und ich fotografiere gerne und es ist eine tolle Kombination hier jetzt."
Eva
"Ich interessiere mich generell dafür, was Orte für eine Geschichte haben, was hier mal passiert ist, welche Menschen hier ein und ausgegangen sind, und ich finde, hier in den Gemäuern spürt man richtig, dass da ganz, ganz viel Leben passiert ist."

2002 haben die letzten Polizisten das Gebäude verlassen. Aufsehenerregende Kriminalfälle, wie der nie aufgeklärte Mord an der Edelprostituierten Rosemarie Nitribitt sind hier bearbeitet worden. Der RAF-Terrorist Andreas Baader saß in einer der Zellen. Das alte Präsidium war Veranstaltungsort und ein paar Jahre lang eine Diskothek. Für Christina, Eva und Karl Friedrich ist es heute eine Inspirationsquelle für die heimische Wandgestaltung.

Karl Friedrich
"Wenn du das hier als Foto vergrößern lässt, kannst du es dir als moderne Kunst à la Richter an die Wand hängen."

2018 hat die Stadt Frankfurt den Lost Place für über 212 Millionen Euro an einen Investor verkauft. Der musste Insolvenz anmelden, seitdem ist unklar, was mit dem Gebäude passiert.

Ulrich Mattner, Fotograf
"Kann natürlich jederzeit Schluss sein, weil, wenn sich hier ein Investor findet, dann wird er investieren."

Und dann wäre es mit den Führungen vorbei. Doch noch ist kein neuer Investor gefunden und das alte Polizeipräsidium Frankfurt bleibt weiter ein Lost Place mit Gruselflair, der regelmäßig besichtigt werden kann.