Die meisten Krankenhäuser stehen wirtschaftlich mit dem Rücken zur Wand. Über 60 Prozent der Kliniken in Hessen und Rheinland-Pfalz schreiben rote Zahlen. Wenn Sanierungen anstehen oder neue Hightech-Geräte gekauft werden müssen, kostet das richtig viel Geld. Aufkommen dafür müssen die Bundesländer. Bevor wir schauen, wie viel Geld dafür in diesem Jahr an die rheinland-pfälzischen Kliniken fließt, sind wir im Krankenhaus in Speyer. Und zeigen Ihnen, was hier mit dem Budget aus dem vergangenen Jahr passiert.
Thomas Rabenstein in seinem Element. Gerade führt der Facharzt für Innere Medizin eine Darmspiegelung durch. Die Untersuchungsräume hier, nur eine Übergangslösung. Die eigentliche Endoskopie, also die Abteilung, in der Magen-und Darmspiegelungen gemacht werden, ist baulich auf dem Stand der 90er Jahre und wird deshalb kernsaniert.
Prof. Thomas Rabenstein, Leiter der Endoskopie
„Unter der Tapete war es technisch doch etwas alt was Elektrik, Hygiene angeht, auch was Lüftungstechnik, Klimatisierung angeht. Und das war schon wirklich dringend, dass wir da etwas unternehmen müssen. Und ich gehe auch davon aus, dass nicht nur die Patienten diese Verbesserung spüren, sondern vor allem die Mitarbeiter, weil wir sehr bei der Planung auf die Ergonomie, auf die Abläufe, auf die Prozesse, auf kurze Wege geachtet haben.“
Gar nicht so leicht, denn:
Andreas Müller, Technischer Standortleiter
„Wir haben nur die Fläche zur Verfügung gehabt, die wir hatten, weil wir jetzt hier nicht beliebig nach außen anbauen konnten. Aber wir haben dann eben in Zusammenarbeit mit den Architekten und mit den Nutzern versucht, aus den Flächen alles rauszukitzeln, was man rauskitzeln kann. Also, dass die Untersuchungsräume etwas größer geworden sind durch Verlagerung von Nebenflächen, dass man ein Stück bisherigen Flur dazu genommen haben.“
Die Baumaßnahme findet nicht nur im Bestand, sondern auch im laufenden Betrieb statt.
Jonas Sewing, Geschäftsführer Diakonissen-Stiftungs-Krankenhaus
„Die endoskopische Abteilung ist quasi ein Herzstück der Diagnostik hier bei uns im Krankenhaus. Da können wir natürlich nicht drauf verzichten, sondern die Patienten, die zu uns kommen, die dürfen sich darauf verlassen können, dass sie weiterhin untersucht werden und dass auch weiterhin alles Notwendige getan werden kann.“
Fünf Millionen Euro kostet der Umbau der Endoskopie-Abteilung in Speyer. Dreieinhalb Millionen Euro kommen vom Land Rheinland-Pfalz.
In diesem Jahr fördert die Landesregierung 61 Bauprojekte an 48 Klinikstandorten mit insgesamt 148,5 Millionen Euro.
Die rheinland-pfälzische CDU hält diese Summe auch wegen steigender Baukosten für zu gering.
Gesundheitsminister Clemens Hoch entgegnet: Jeder Antrag, der eingegangen ist, sei auch bewilligt worden. Einen Teil der Investitionskosten müssen die Krankenhäuser allerdings selbst tragen.
Clemens Hoch (SPD), Gesundheitsminister RLP
„Bisher ist am Eigenanteil noch keine Maßnahme gescheitert. Und der Eigenanteil ist ein ganz sinnvolles Instrument. Wer gar nichts selber einbringen muss, der plant natürlich einfach das, was er sich so wünscht. Und wenn es einen Eigenanteil gibt, der ist in Rheinland-Pfalz nur 10 %, der guckt natürlich auch darauf, dass eine Investition sehr wirtschaftlich ist.“
Die Krankenhausgesellschaft Rheinland-Pfalz hingegen fordert, den Eigenanteil abzuschaffen. Angesichts der Tatsache, dass über 60 Prozent der Klinken im Land rote Zahlen schreiben, seien auch 10 Prozent der Kosten vielerorts nicht bezahlbar.
Zum Jahresende will Thomas Rabenstein seine frisch modernisierte Abteilung beziehen. Geschäftsführer Jonas Sewing hat derweil schon das nächste Bauprojekt im Blick. Das Land hat 3 Millionen Euro für die Erweiterung der OP-Abteilung zugesagt.







